Leonie Jakobi

 

 

 

Artikel Offenbach Post, 25. August 2018

 

 

Im September geht es nach Liverpool

 

Umjubeltes „Bis Bald!“-Konzert mit Leonie Jakobi im Burggarten

 

 

Dieses Konzert werden die Besucher lange nicht vergessen: Leonie Jakobi begeisterte im Burggarten. © zcol
Dieses Konzert werden die Besucher lange nicht vergessen: Leonie Jakobi begeisterte im Burggarten. © zcol

 

Dreieichenhain - Mit vielen Wegbegleitern, Verwandten und Fans hat die junge Musikerin Leonie Jakobi bei einem Konzert vor ihrer persönlichen Traumkulisse der Heimat vorläufig Lebewohl gesagt. Von Michael Forst 

 

Dabei schickte sie ihr Publikum - und sich selbst - auf eine Achterbahn der Gefühle. Selbst ein Gewitter trug zur Dramaturgie des denkwürdigen Abends bei. Auf eine Weise machte Dreieichs großes Talent Leonie Jakobi am Donnerstagabend im Burggarten dort weiter, wo die erfolgreichen Burgfestspiele noch am vergangenen Wochenende aufgehört hatten: Das Konzert mit ihrer Band und den musikalischen Freunden von Luger alias Christoph Langner und seiner Gruppe genügte mit dynamischen Stimmungswechseln und beachtlichem musikalischen Handwerk auch hohen Ansprüchen.

 

Und doch war es ein Auftritt, den es so nur einmal geben kann: Denn die 22-Jährige nahm vorläufig Abschied von ihrer geliebten Heimat, die sie im September Richtung Liverpool verlässt, wo sie ein Studium an der renommierten Institute for Performing Arts beginnen wird.

 

So lag die Magie dieses Abend nicht nur in den Liedern, sondern auch in vielen persönlichen Details, die das Konzert begleiteten: In den Salaten, Brezeln und Würstchen, die Mama Jakobi für die Verpflegung der Künstler hinter der Bühne bereits stellte, den berühmten Frikadellen, die ihre Oma beisteuerte - wie es die beiden schon taten, als die kleine Leonie noch mit ihrer Schülerband auftrat.

Der Zauber zeigte sich auch in den vielen Geschichten, die sich die Besucher über „unsere Leonie“ erzählten. Ein sichtlich bewegter Bürgermeister Dieter Zimmer berichtete etwa von ihrem „großen Herzen“. Konzertfotograf Gareth Tynan erinnerte sich an seine erste Begegnung mit der damals 12-Jährigen auf einer Bühne in Götzenhain und ihrem vor drei Jahren verstorbenen Vater, der selbst Musiker war und geschwärmt habe: „Meine Leonie ist so eine Rampensau!“

 

Dabei waren es an diesem Abend weniger die Showqualitäten der Künstlerin, die das Publikum einzunehmen wussten als ihre sympathische Bodenhaftung und ungekünstelte Authentizität, gerade wenn sie zwischen ihren Songs ins Erzählen kommt.

 

Etwa über die vielen Widrigkeiten, die sich vor dem letztlich erfolgreichen Vorspielen in Liverpool zu legen drohten. So hätte sie wegen einer Mittelohrentzündung eigentlich gar nicht über den Kanal fliegen dürfen. „Aber ich wäre auch nach Liverpool geschwommen.“ Und die Worte, mit denen sie Einblicke in ihre Gefühlswelt gab: „Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was mir das heute hier bedeutet“, sagt sie, gerührt und doch strahlend in den Scheinwerfer blinzelnd. „Ich komme ja von hier um die Ecke.“ Und in den aufbrandenden Applaus hinein: „Ich habe das Gefühl, ich bin Euch das hier schuldig heute Abend. Der nächste Song ist für Dreieichenhain.“

 

hr Schlagzeuger und bester Freund Lukas Reiß, der sich mit einem Dauerlächeln durch den Abend trommelt, gibt den Beat eines rollenden Güterzugs vor, Manuel Stolz breitet einen dichten Bass-Teppich aus, Gitarrist Langner legt die Wärme seiner babyblauen Stratocaster in den Klangmix und Leonie Jakobis volle Bruststimme bricht effektvoll in kurze Falsett-Töne: Ihr „Gold and Silver“ mit dem hymnischen, leicht schwermütigen Refrain, umwickelt wohlig das Publikum.

 

Fast ausnahmslos sind es Eigenkompositionen, mit denen die Dreieicherin ihr Abschiedskonzert bestreitet. Dabei wechselt sie mühelos zwischen E-Piano und Akustikgitarre oder deutet auch mal allein mit dem Mikro ein kleines Tänzchen an. Mit dem einschmeichelnden Ohrwurm „Home“ bedankt sich Leonie Jakobi bei ihrer Mutter, „ohne die ich nicht so wäre wie ich bin“. Ein wunderschöner Mitsing-Moment, den Saskia Malitz mit Vokalharmonien veredelt. Beim letzten Refrain weht eine Abendbrise durch die Haare.

 

Kurz danach setzt ein Gewitter ein. Durchsichtige Regencapes machen die Runde, dann prasselt es herunter. Als sich der Himmel ein paar Lieder später wieder beruhigt hat, sitzen fast alle Gäste noch da. Und genießen.

 

 

 

Artikel Offenbach Post, 4. September 2019:

 

Inspiriert von Springsteen und den Beatles

 

Leonie Jakobi studiert Musik in Liverpool - und spielt Konzerte in ihrer hessischen Heimat

 

Eine Frau und ihre Gitarre: Am Sonntag spielt Leonie Jakobi aber mit Band in der Werkstatt.  © paul wills
Eine Frau und ihre Gitarre: Am Sonntag spielt Leonie Jakobi aber mit Band in der Werkstatt. © paul wills

 

Leonie Jakobi aus Dreieich studiert jetzt in Liverpool Musik. Momentan ist sie auf Tournee durch Deutschland und macht auch in ihrer Heimat Halt.

 

Dreieich – Mit einem gefeierten Konzert im Burggarten hat Leonie Jakobi Abschied genommen – das ist ziemlich genau ein Jahr her. Die junge Musikerin aus Dreieichenhain zog es nach Liverpool. Dort begann sie ein Studium am renommierten Institute for Performing Arts. "Es war die beste Entscheidung meines Lebens, diesen Schritt zu wagen. Ich genieße jeden Moment. Liverpool ist eine Stadt, die Musik atmet", sagt Jakobi.

 

Die Arbeit an der Uni sei herausfordernd und anstrengend: "Das Niveau ist irre hoch, ich habe technisch so viel gelernt. Meine Mitstudenten sind sehr talentiert und doch sind alle voller Selbstzweifel. Wir hatten sogar Hundewelpen als Therapeuten am Institut", erzählt die 23-Jährige lachend. Aber sie hat auch schon gelernt, besser mit dem immensen Druck umzugehen. "Ich tue alles, was möglich ist, hole alles aus mir heraus. Mehr geht nicht. Seit ich mir das immer sage, bin ich viel entspannter."

 

Springsteen und Beatles als Inspiration

 

Von Liverpool ist Jakobi fasziniert. An jeder Ecke gibt es einen Pub, Livemusik ist allgegenwärtig. "Ich habe so viele Gigs gespielt, dass ich sie kaum noch zählen kann", erzählt die Musikerin. Einen ganz besonderen Auftritt gab es auch: Ende März stand sie im Cavern Club auf der Bühne, dem Heimatclub der Beatles. 292 Auftritte feierten die legendären Pilzköpfe an diesem Ort. "Das war eigentlich mein Drei-Jahres-Ziel. Ich habe es schon im ersten Jahr geschafft, dort zu spielen. Ich war weniger aufgeregt als gedacht und es war natürlich ein Wahnsinnsgefühl, dort mit meiner Gitarre zu stehen", berichtet die Studentin.

 

Nach Liverpool und zurück

 

Ihr musikalischer Stil hat sich verändert, Jakobi hat die Liebe zur E-Gitarre wiederentdeckt. Springsteen hat sie inspiriert und natürlich die Beatles. Die Semesterferien nutzt die Künstlerin, um noch mehr Bühnenerfahrung zu sammeln. In Liverpool, aber auch in Deutschland. Mit "Zwischenstopp Heimat" hat sie sich den Wunsch einer Tournee erfüllt. In Gießen und Kassel hat sie schon gespielt, Münster, Hamburg und sogar Amsterdam stehen noch auf dem Programm. Da darf die echte Heimat nicht fehlen: Am Sonntag, 8. September, steht Jakobi mit ihrer Band, darunter Drummer Lukas Reiß, auf der Bühne der Werkstatt in der Daimlerstraße 8. Als Support lässt sie zwei Singer/Songwriter aus England einfliegen: Joseph Kirkbride und Harrison Rimmer.

 

"Das wird ein schöner Abend, ich freue mich sehr darauf. Es ist für mich immer großartig, hier zu spielen – schließlich hat in Dreieich alles angefangen. Zuhause wurde ich bestärkt, diesen Weg zu gehen." Um 19 Uhr ist Einlass, um 19.30 Uhr geht’s los. Tickets gibt es für zehn Euro an der Abendkasse.  
njo

 

 

Artikel Offenbach Post, 20. Juni 2020:

 

Konzert im Live-Stream

 

Leonie Jakobi gibt nächstes Sunset Concert

 

Die Sonne im Rücken hat Leonie Jakobi aus Dreieich auch auf diesem Promo-Bild. Wo sie am Dienstag spielt, bleibt geheim – aber das Konzert kann jeder dank Livestream auf dem Balkon oder im Wohnzimmer genießen.  © Veranstalter
Die Sonne im Rücken hat Leonie Jakobi aus Dreieich auch auf diesem Promo-Bild. Wo sie am Dienstag spielt, bleibt geheim – aber das Konzert kann jeder dank Livestream auf dem Balkon oder im Wohnzimmer genießen. © Veranstalter

 

Es geht weiter mit den Sunset Concerts, die Michael Bock mit Unterstützung der Bürgerhäuser organisiert: Die Dreieicher Singer/Songwriterin Leonie Jakobi gibt am Dienstag, 23. Juni, ein Konzert, das als Livestream übertragen wird. 

 

Dreieich – Ab 20.15 Uhr kann sich jeder die Lieder der Musikerin ins Wohnzimmer holen. Danach wird es interaktiv: Denn die Sängerin stellt sich im Live-Interview Fragen der Zuschauer.

 

Bei der Premiere der Sunset Concerts war Ende Mai die Gruppe Café del Mundo zu Gast. Die Musiker spielen jeweils auf einer Open-Air-Bühne an einem geheimen Ort. Der Spaß ist kostenlos, aber Spenden sind erbeten. (jrd)

 

 

 

Artikel Offenbach Post, 21. September 2021:

 

 

Online Date mit einer Legende

 

Die Dreieicherin Leonie Jakobi hat am Liverpool Institute

for Performing Arts ihren Abschluss gemacht

 

 

Hat sich in Liverpool musikalisch enorm weiterentwickelt: Leonie Jakobi spricht von der bislang besten Zeit ihres Lebens. © robin clewley
Hat sich in Liverpool musikalisch enorm weiterentwickelt: Leonie Jakobi spricht von der bislang besten Zeit ihres Lebens. © robin clewley

 

Mit einem rauschenden Konzert hat sich Leonie Jakobi im Sommer 2018 im Burggarten von Familie, Freunden, musikalischen Wegbegleitern und Fans verabschiedet. Danach hat die junge Musikerin ihr Bündel gepackt, um am Liverpool Institute for Performing Arts (LIPA) zu studieren. Jener Universität, die Paul McCartney, Sänger, Songwriter und Bassist der Beatles, zur Förderung junger Musiker 1996 gegründet hat.

 

Dreieich - Jetzt, drei Jahre später, hat die 25-Jährige ihren Abschluss in der Tasche: "Hinter mir liegt die bislang beste Zeit meines Lebens!", sagt sie voller Begeisterung: "Ich liebe Dreieichenhain wirklich sehr, aber ich habe unterschätzt, wie viel mehr und anderes es noch gibt auf der Welt."

 

Es sei "unglaublich inspirierend", in Liverpool so viele Musiker um sich herum zu haben, sich auszuprobieren, sich den ganzen Tag mit Musik zu beschäftigen, eigene Songs zu schreiben, befreundete Musiker bei Gigs und Festivals zu sehen und natürlich selbst aufzutreten. Auch wenn die Pandemie Auftritte lange ausgebremst hat, sieht die LIPA-Absolventin selbst darin etwas Gutes: "Nie wieder werde ich so viel Zeit haben, Songs zu schreiben und zu üben. Das hat meine Musik verändert, besser gemacht. Vielleicht ist es auch ganz simpel und sie ist einfach erwachsener geworden", erklärt sie lachend.

 

Die Musikszene in Großbritannien sei so viel größer und gleichzeitig aber so viel bestärkender als in Deutschland. Die Kollegen kritisieren sich nicht untereinander, sie geben lediglich Tipps, helfen und es gibt viel Bestätigung. "Ich mache Musik auf der Bühne, seit ich 13 Jahre alt bin. Es gab immer viele Meinungen um mich herum, ich versuchte mich anzupassen. Hier habe ich mich zum ersten Mal gefragt, was ich eigentlich will. Die drei Jahre Uni sind eher eine Art Künstler-Entwicklung. Ich hatte die Chance herauszufinden, was zu mir passt. Das war sehr befreiend", betont sie.

 

Ein Höhepunkt des Studiums ist die Besprechung der eigenen Songs mit Paul McCartney. "Ein paar Studenten eines jeden Abschlussjahrgangs haben dieses besondere Glück, ich war dabei", berichtet Leonie Jakobi. Corona verhindert, dass sie und der Ex-Beatle in einem Raum sitzen können. Die Dreieicherin trifft den Superstar via Leinwand, in einem dunklen Raum. Sie alleine, mit ein paar Technikern im Hintergrund, die dafür sorgen, dass die Leitung steht. "Es war unglaublich. Paul McCartney ist ein so freundlicher, höflicher und bodenständiger Mensch. Ich habe mich natürlich vorher sehr genau gefragt, über was ich mit ihm reden will. Ich habe weit über 1 000 Seiten Biografien gelesen. Ich wollte meine Zeit nicht damit verschwenden, ihn zu fragen, wie es für ihn war, Teil der Beatles zu sein. Aber ich hatte auch keine Angst. Dieser Mann hat schon alles gesehen. Ich werde ihn nicht enttäuschen." Also spricht sie mit ihm über ihre Songs, spielt ihm drei Stücke vor. Sie bekommt Tipps. "Es ist surreal, wenn Paul McCartney deine eigenen Zeilen singt", erzählt die Musikerin. Sie hat ihn gefragt, ob er manchmal Sorge hat, dass die Songs, die er schreibt, vielleicht zu unterschiedlich sind, um sie auf einem Album aufzunehmen. Er antwortet: "Das was alle Songs verbindet, bist Du und Deine Stimme. Das genügt!"

 

Und wie geht es jetzt weiter? Derzeit arbeitet Leonie Jakobi bei einem sehr großen Instrumentenvertrieb. Sie organisiert den Social-Media- Auftritt des Unternehmens. "Das macht gerade Sinn, es ist eine Hintertür zur Musikindustrie. Das passt absolut zu meinem Weg", ist Jakobi zufrieden. Und es finanziert ihr das erste eigene Zuhause, nachdem sie in ihrer Studienzeit in WGs gelebt hat. Nebenher bleibt Zeit, die eigene Karriere voranzutreiben. Es steht außer Frage, dass sie in England bleibt. Zu gerne lebt die Mittzwanzigerin in Liverpool. "Ich weiß, es ist nicht der entspannteste Lifestyle, Musiker zu sein. Aber es gibt eine breite Spannweite zwischen Anfänger und großer Album-Tournee. Ich schaue einfach, was kommt." Auf die Frage, wo sie sich in zehn Jahren sieht, antwortet Leonie Jakobi ohne eine Sekunde zu zögern: "Ich werde meine Songs spielen, in der ganzen Welt, meine Gitarre im Gepäck. Ganz ehrlich, alles was bis jetzt musikalisch passiert ist, hat alles übertroffen, was ich mir jemals gewünscht habe. Das, was noch kommt, ist ein geiler Bonus." Sie arbeite heute schon mit Leuten zusammen, die sie früher angehimmelt habe.

 

Bei aller Begeisterung für das Musiker-Leben in England wird Leonie Jakobi ihre Wurzeln in Dreieichenhain natürlich nicht vergessen. "Ich freue mich auf Weihnachten zu Hause und nächstes Jahr an Kerb bin ich auf jeden Fall wieder dabei!"