Open Doors Neu-Isenburg

Artikel Offenbach Post, 4. Juni 2014:

 
Open Doors in Neu-Isenburg
 

Gleich 65 Bands spielen kostenlos

 

Neu-Isenburg - Rock, Pop, Jazz, Schlager, die Killerpilze und die Trenkwalder, die Quietschboys und Kiss forever – wenn sich vom 18. bis zum 20. Juli Isenburg beim Open Doors in eine große Bühne verwandelt, können Musikfans aus 65 Bands  wählen, denen sie kostenlos lauschen dürfen.

Das Actionteam bietet am Freitag, 18. Juli, ab 22 Uhr Party-Rock.
Das Actionteam bietet am Freitag, 18. Juli, ab 22 Uhr Party-Rock.

 

Auch in diesem Jahr steht das Festival ganz im Zeichen des Benefiz-Gedankens. Und bietet Neuerungen. Drei Tage lang dreht sich alles um die Musik und ums Feiern. Es geht aber, wie jedes Jahr, auch um den guten Zweck. Biertrinken oder Klettern sind dafür zum Beispiel angesagt. Der Erlös der Charity-Aktion ist erneut für die Kinderhilfestiftung gedacht. "Normalerweise ist es so, dass wir uns jedes Jahr einen neuen Partner für unsere Charity suchen; und es gibt viele Institutionen, die sich an uns wenden", sagt Michael Kercher. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatte der Open Doors-Organisator jedoch mit der Kinderhilfestiftung einen Partner gefunden, mit dem die Zusammenarbeit bestens passe.

Flossen die Spenden bisher in das Projekt Kinderschutzambulanz, so haben Kercher und Bruno Seibert, Vorstand der Kinderhilfestiftung, sich diesmal entschlossen, ein Projekt in der Hugenottenstadt zu fördern. "Sämtliche beim diesjährigen Open Doors gespendeten Gelder werden dazu verwendet, einen Spielplatz in Isenburg behindertengerecht herzurichten", erklärt Kercher. Welcher genau es sein wird, stehe zwar noch nicht fest. Doch derzeit kristalliere sich die Sache in Richtung Wilhelmsplatz, sagt Seibert. Mit rund 25 000 Euro für die Umgestaltung rechnet er – und hofft, den neuen Spielplatz bereits im Herbst in Betrieb nehmen zu können.

 

Noch mehr Musikbühnen

 

Doch zurück zum Musikspektakel. Wie berichtet, hatte Tausendsassa Michael Kercher wieder viele Klinken putzen müssen, um finanzielle Unterstützer zu finden. Denn ohne Sponsoren läuft im Kulturbetrieb fast nichts, da geht es dem Open Doors nicht anders als anderen Großveranstaltungen. "Man sollte meinen, dass durch die steigende Reputation, die immer größere Resonanz und Verbreitung des Open Doors die Sponsoren Schlange stehen, aber leider ist das Gegenteil der Fall", erzählt Kercher. "Die Budgets bei den Firmen werden immer drastischer zusammengestrichen. Es war so knapp wie nie zuvor, dass wir ohne Programm in der Hugenottenhalle dagestanden hätten." Er sei heilfroh gewesen, als er nach drei Monaten intensiver, buchstäblicher "Stecknadelsuche im Heuhaufen" Amicus und weitere Partner – darunter auch lokale wie die Sparkasse Langen-Seligenstadt und Selgros – gefunden habe.

Und so fällt der Blick des Musikfans auf ein Programm, das dem der Vorjahre in nichts nachsteht. Im Gegenteil: es gibt noch mehr Spielstätten. Zum Beispiel werde im Alten Ort diesmal deutlich mehr los sein, verrät Dominik Stotzem, der sich unter anderem um die Standplanung kümmert. Das U8 im Keller der Marktplatzkirche etwa kommt hinzu oder eine Jugendcafé-Bühne. Markanteste Neuerung: Die Standmeile auf der Frankfurter Straße ist zum ersten Mal bereits am Freitag geöffnet – und damit an allen drei Tagen.

 

Auf große Resonanz dürfte auch wieder die Aktion von "Inky & Stretchy" stoßen. Auf einen Termin in dem Tattoo-Studio an der Frankfurter Straße muss man in der Regel Monate warten; beim Open Doors stechen sich die Tätowierer für den guten Zweck die Finger wund. Trinken für den guten Zweck beim Bier Müller, wo die Angestellten um Matthias Deissler wieder das ganze Wochenende ehrenamtlich rackern, darf nicht fehlen. Außerdem steht vor der Huha eine "Verrückte Leiter". Wer Kletter-Talent beweist und es bis oben schafft, gewinnt etwas. Und wer’s nicht schafft, war nicht umsonst dabei: jeder erklommene Euro soll der Kinderhilfestifung zugute kommen. Auch musikalisch lässt das Programm kaum Wünsche offen: von den Irish-Folk-Legenden von Paddy Goes To Holyhead bis zum Actionteam. Auch lokale Bands und Newcomer präsentieren sich.

 

Artikel Offenbach Post, 14. April 2016

 

Vom 1. bis 3. Juli feiert Isenburg das Musikspektakel

 

Open Doors: Party an allen Ecken und Enden der Stadt

Die Band „Kiss Forever“, die freitags ab 22.30 Uhr auftritt.
Die Band „Kiss Forever“, die freitags ab 22.30 Uhr auftritt.

Neu-Isenburg -  Mehr als 60 Bands und Künstler treten beim diesjährigen Open Doors auf 17 Bühnen auf: Vom 1. bis 3. Juli steht die inzwischen 24. Auflage des Musikspektakels an.

Wie gehabt können die Besucher – mehrere zehntausend werden erwartet – den Bands ihrer Wahl kostenlos lauschen. Mit vollem Portemonnaie sollen die Gäste aber trotzdem nicht wieder nach Hause gehen: Denn das Open Doors ist wie üblich mit einer Benefizaktion verbunden. Und da liegt der Ansporn hoch: Im vergangenen Jahr schloss das Festival nicht nur mit einem Besucherrekord von 45.000 Leuten, es kam bekanntlich auch die Rekordsumme von 28.400 Euro an Spendengeldern für die Kinderhilfestiftung zusammen – obwohl Organisator Michael Kercher damals trotz allem Klinkenputzen ohne Hauptsponsor auskommen musste.

 

Doch wer Kercher kennt, der weiß: Der Mann lässt nicht locker. „Wir haben neue Förderer gefunden“, vermeldet er gestern enthusiastisch. Kercher und Mitorganisator Dominik Stotzem sind besonders begeistert von der Tatsache, dass sich mit dem an der Hugenottenallee ansässigen Unternehmen PepsiCo Deutschland ein Hauptsponsor gefunden hat, mit dem sie eine „mindestens für drei Jahre angesetzte Partnerschaft“ festklopfen konnten. Dies, so betont Kercher, gebe ihm „ganz neue Perspektiven“ – auch mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehende Jubiläumsausgabe zum 25. Geburtstag des Isenburger Festivals.

 

 

Mit der Hugenottenstadt fühle Pepsi sich seit 1993 verbunden, das habe auch der Bau der neuen Deutschlandzentrale im Jahr 2014 gezeigt, betont gestern Jürgen Reichle, Geschäftsführer von PepsiCo Deutschland. Als Unternehmen fühle man sich hier "sehr gut aufgehoben", auch den 220 hier tätigen Mitarbeitern gefalle der Standort. "Wir planen langfristig in Isenburg zu sein und möchten gerne weiter mit unserem Standort und den Menschen vor Ort zusammenwachsen", sagt Reichle. Musikalisch bietet das Programm wieder etwas für fast jeden Geschmack: Rock, Pop, Partybands, Salsa, Irish Folk, Rockabilly, Volksmusik und Schlager. Namen wie die Frankfurter Schlager-Kultband Roy Hammer & die Pralinées, die Trenkwalder, Paddy goes to Holyhead, Kiss forever, Purple Rising oder The Queen Kings zählen diesmal zum Lineup. Wie gewohnt spielen die 60 Bands, deren Auftritt bereits bestätigt ist, im Stadtgebiet verteilt in allen möglichen Locations auf: Von der großen Hugenottenhalle über diverse Open-Air-Bühnen bis hin zur urigen Kneipe oder Bar in familiärer Atmosphäre kann man fast jeden Musikstil genießen.

 

Und eine Premiere gibt’s: Erstmals spielen die Gypsys, sonst als Lokalmatadoren auf den Treffer gebucht, in der Huha – plus 13-köpfigem Orchester und mit Keith Sanders. "Wir stellen da eine Band zusammen, wie sie das Open Doors noch nie gesehen hat", verspricht Michael Kercher, der bei den Gypsys Schlagzeug spielt.

 

Auch lokale Nachwuchs-Bands bekommen wieder die Chance, sich einem großen Publikum zu präsentieren: Sie messen sich am Festival-Freitag beim Newcomer-Contest. Fünf Gruppen treten dort an. Auf der Frankfurter Straße lockt außerdem wieder die Flaniermeile – die Standplätze sind noch nicht komplett ausgebucht. Bis Anfang Mai kann sich bei Dominik Stotzem melden, wer dort etwas anbieten möchte.

Die Finanzierung von Open Doors – an keiner Bühne wird Eintritt verlangt – war und ist für Kercher Jahr um Jahr eine Herausforderung. Sicher ist jedoch auch in diesem Jahr der Zuschuss der Stadt. Alles zusammengenommen (also samt Absperrungen, etc.) koste das Festival die Stadt in diesem Jahr 70.000 Euro, sagt der Bürgermeister. "Es geht da ja nicht nur um Sponsoring", betont Herbert Hunkel. "Es geht vielmehr auch darum, den Zusammenhalt in der Stadt zu stärken."

 

Artikel Offenbach Post, 4. Juli 2016:

 

Polizei lobt: "Alles friedlich"

 

Fußball und Open Doors: Und es geht doch beides

 

Der Alte Ort war am Eröffnungsabend Ziel vieler Partygäste – und Roy Hammer sorgte für allerbeste Stimmung.
Der Alte Ort war am Eröffnungsabend Ziel vieler Partygäste – und Roy Hammer sorgte für allerbeste Stimmung.

Neu-Isenburg - Rockende Bands, zufriedene Besucher: Bei der 24. Auflage der Open Doors war zwar alles ein bisschen anders als üblich. Fußball-EM und Wetter setzten dem Musikspektakel dann doch etwas zu. Doch die Stimmung passte. Auch dank ganz neuer Festival-Facetten. Von Barbara Hoven 

 

Beim Blick über die Bierbank-Reihen im Treffer-Garten an der Bahnhofstraße springt am späten Freitagabend eine Szene ins Auge, die mehr sagt, als dass hier Isenburger einen netten Abend haben. Sie ist Seismometer für den Einstieg ins lange Wochenendbeben der Open Doors: Kaum ein untrüglicheres Zeichen für einen gelungenen Auftakt ist vorstellbar als ein so eindeutig entspannter Dominik Stotzem. Er ist ein Haupt-Arbeitstier der Riesensause und sitzt plaudernd an einem Tisch. Entschleunigung, die es nicht geben könnte, wenn an einem der vielen anderen Orte des Festivals die Welt zusammenfiele.

 

Bester Stimmung sind auch die vielen Leute in der Musikkneipe, von der man sagt, sie sei das heimliche Hauptquartier der Open Doors. Es ist voll, es ist laut, aber alles andere wäre eine Niederlage, weil hier die Gypsys spielen, die Band um Festival-Organisator Michael Kercher.

 

Dieser Freitag, an dem es nach etwas schleppendem Start in der City doch noch reichlich voll wird, bringt auch neue Facetten. Im Alten Ort, bei den Organisatoren seit Jahren ganz oben auf der Wunschliste stärker einzubindender Spielstätten, drängeln sich Generationen. Die Schlager-Kapelle "Roy Hammer und die Pralinées" um das hyperaktive Gesangsduo Roy Hammer und Trude Blume hat Hunderte gelockt. Fans und Musiker sind noch deutlich über die gebuchte Auftrittszeit hinaus nicht müde zu kriegen.

 

Samstagnachmittag, Wilhelm-Leuschner-Straße 28. Ein gediegeneres Ambiente herrscht am Robert-Maier-Haus, wo die Sloppy Notes Jazzband spielt. Die Damen und Herren im Publikum sind froh, dass das Wetter hält – verschärftes Fußwippen im Gartenstuhl.

 

Bewegter zur Sache geht es vor und in der Hugenottenhalle. Salsa Verde sprühen unter freiem Himmel. Die Füße tanzen, die Arme halten immer mal wieder den Regenschirm. Doch Platz zum Unterstellen gibt’s genug – und überdachte Alternativen. In der Huha ist am frühen Samstagabend auch gut was los, als Purple Rising rocken. Apropos: In der Halle ist wieder die VIP-Lounge. Die Veranstalter Zwölf Löwen und die Stadt haben sie zu Gunsten der Kinderhilfestiftung eingerichtet. Lokalprominenz um Ersten Stadtrat Stefan Schmitt und Bürgermeister Herbert Hunkel hilft mit, Lose unter die Leute zu bringen.

 

Dann ist’s 20.30 Uhr. Zeit für Prioritäten, Fußball und Festival konkurrieren. "Inhuman" ziehen auf der Bühne am hinteren Ende der Festmeile ihr Ding durch. "Wir haben selten so gezittert wie heute Abend, aber ihr seid da und wir freuen uns", sagt Sänger und Gitarrist Jonas Fisch zu den Leuten vor der Bühne. Als für Deutschland und Italien der Anpfiff tönt, ist die Dreieicher Rockband mit einem nagelneuen Song namens "Little Lie" dran. Eine würdige Belohnung für jeden, der dem Ruf der Glotze widerstanden hat. Als die Band die letzten Akkorde von "Photograph" gespielt hat, will ein Zuschauer noch was loswerden: "Vielen Dank, dass ihr auf Fußball pfeift und trotzdem spielt, Hammer."

 

An Gelegenheiten zum Stehenbleiben mangelt es der Sause das ganze Wochenende lang nicht. An jeder Ecke zeigen Künstler und Verkäufer Sendungsbewusstsein, konkurrieren Leckereien, Getränke und Schallwellen. Es gibt auf 17 Bühnen über 60 Bands und Künstler. Zwar steht die Buden- und Pavillonparade auf der zur Festmeile umfunktionierten Frankfurter Straße, auf der auffällig viele Polizisten pendeln, nicht so dicht an dicht wie im vergangenen Jahr. Doch wer will, muss nicht lügen, um die neue Luftigkeit als Vorteil zu loben.

 

Als kostbarer Programmpunkt entpuppt sich auch wieder der Newcomer-Bandcontest mit fünf jungen Formationen aus der Region am Eröffnungsabend. Als Sieger gehen The Secluded von der Bühne. Doch auch PZZL, Leyla Trebbien, Usinger und The Morning Pints haben viele positive Rückmeldungen.

 

Erstmals erleben die Open Doors gestern Morgen zwischen Bands und Buden einen musikalischen Gottesdienst. Seelsorger Ralf Weidner von der Stadtmission stellt ihn unter den Titel "You’ll never walk alone". Eine Fußballhymne, meint er, die „das, woran wir glauben, auf den Punkt bringt“. Dominik Stotzems Laune bleibt übrigens gut, sein vorläufiges Fazit gestern Mittag klingt so: "Das Fest hatte eine super Stimmung bei Bands und Besuchern. Die Akteure haben eisenhart ihr Programm durchgezogen und hatten trotz des nervenaufreibenden Elfmeterschießens ihre Fans vor der Bühne. Wir haben eine tolle Party erlebt und denken, dass auch dieses Fest wieder ein ganz besonderes war."

 

Die erste Bilanz der Polizei klingt auf Nachfrage ähnlich: "Alles friedlich", die Nacht sei ohne Störungen oder besondere Vorkommnisse verlaufen. Einen Störenfried gab’s aber doch, und zwar am Freitagnachmittag: die Beschaffenheit der Friedhofstraße. Offenbar durch die starken Regenfälle der letzten Tage war der Kanal beschädigt worden, die unterspülte Straße sackte ab und musste an der Kreuzung zur Herzogstraße gesperrt werden – was im Feierabendverkehr einigen Trubel verursachte.

 

 

Artikel Offenbach Post, 24. Juli 2017

 

40.000 Besucher feiern Musikfestival

 

Open Doors: Auch im Regen gerockt

 

Im vergangenen Jahr wurden sie schmerzlich vermisst, deshalb feierten die Fans RÿffHuntR dieses Jahr umso mehr: Die Band mit dem schrillen 80er-Jahre-Outfit rockte am Samstagabend als Headliner das Open Doors Festival. © Beck
Im vergangenen Jahr wurden sie schmerzlich vermisst, deshalb feierten die Fans RÿffHuntR dieses Jahr umso mehr: Die Band mit dem schrillen 80er-Jahre-Outfit rockte am Samstagabend als Headliner das Open Doors Festival. © Beck

 

Neu-Isenburg - Die Ampeln blinken mit der Bühnenbeleuchtung um die Wette, der Verkehr ruht, dafür beleben 40.000 Menschen die Frankfurter Straße. Die Jubiläumsausgabe des Open Doors Festivals verwandelt die Innenstadt in eine Partymeile.

 

Von Sina Beck 

 

Vor 25 Jahren ging die erste Auflage der Open-Air-Großveranstaltung an den Start. Damals wie heute gilt die Devise: gute Musik, gute Stimmung, guter Zweck. Nur das Wetter will sich dieses Jahr nicht an die Spielregeln halten und macht Veranstaltern und Feierwütigen immer wieder mit heftigen Regengüssen einen Strich durch die Rechnung. "Das Wetter hat uns etwas reingegrätscht und ist bislang der einzige Wermutstropfen", bleibt Dominik Stotzem von der Agentur 12 Löwen entspannt. Die Menschenansammlung vor den zwölf Bühnen spricht Bände – echte Fans lassen sich die Stimmung nicht so leicht verhageln – und mit der Dunkelheit schwärmen die Besucher zu dem akustischen Event.

 

Auf die Ohren gibt es in bewährter Manier einiges, angefangen beim Newcomer-Contest am Eröffnungsabend. Beim Line-Up haben die Festival-Organisatoren auf eine bunte Mischung gesetzt und fünf Bands, von Unplugged bis Heavy Metal, ins Rennen geschickt. Ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, wie die knappen Entscheidungen zeigen. Das spricht für April Art, Alaska Pirate, Shawn und The Aesthetic Voyager, doch am Ende setzt sich die neunköpfige Band MaddaBrassKa im wahrsten Sinne des Wortes mit ihren Pauken und Trompeten durch. "So einen guten Contest hatten wir noch nie", schwärmt Stotzem.

 

Nicht nur die Newcomer haben am ersten Abend ordentlich eingeheizt. Die hochsommerlichen Temperaturen setzten schnell dem Kreislauf zu. Das 16-köpfige DRK-Team zählte Freitag aber nur fünf kleinere Fälle. "Gemessen an den Größenverhältnissen der Veranstaltung ist die Bilanz sehr gut. Wir hatten auch heute bislang nur ambulante Geschichten", sagt Jens Friedrich gegen Ende seiner Schicht am frühen Samstagabend.

 

So kommt der Regenschauer zur Abkühlung gelegen. Auch wenn er für ein Highlight der Jubiläumsauflage das Aus für den restlichen Tag bedeutet: Erstmalig ist auf dem Rosenauplatz eine E-Kartbahn aufgebaut. Doch bei Nässe ist die Strecke nicht befahrbar und entsprechend leer gefegt. Zuvor sei es aber gut gelaufen: "Wir hatten mehr Anmeldungen als erwartet und sind mit der Ausbeute erst mal ziemlich zufrieden", erzählt Stotzem, der schon Probe gefahren ist. "Es macht einfach super viel Spaß!" Auch hier gehen die Einnahmen eins zu eins an die Kinderstiftung, die sich über hohe Resonanz freuen kann. "Wir haben ein sehr positives Echo erhalten und die Isenburger sind wirklich großzügig", lobt Vorstandsmitglied Peter Horn.

 

Unterdessen geht der Konzertreigen weiter, nur der Auftritt von Mojotree muss wegen Krankheit ausfallen. Alle anderen der mehr als 40 Bands und das Publikum beweisen Ausdauer. Die Headliner RÿffHuntR sind, nachdem sie letztes Jahr schmerzlich vermisst wurden, mit von der Partie und beschallen die Hauptbühne zur Primetime am Samstag, wofür sie von ihren Fans gefeiert werden. Auch mit der Stimmungskanone The Punch’n‘ Judy Show feiern die Open-Doors-Besucher ab. Dank vollem Einsatz der Bläser und mitreißender Bühnenshow wird bis zur letzten Zugabe abgerockt.

 

Das Bühnenprogramm ist gewohnt vielseitig: Zu den heißen Rhythmen von Salsamania tummeln sich Paare zum leidenschaftlichen Tanz auf dem Parkett, während es bei den Quietschboys, deren Auftritt schon Tradition ist, nicht minder leidenschaftlich zugeht. Brechend voll ist das Zelt beim Bier Müller und mit Feuereifer stimmen die Fans als lautstarker Chor die Hymne auf den Ebbelwoi an.

 

Für die Polizei gibt es glücklicherweise keine schweißtreibenden Einsätze, die Feierlaune der Besucher ist friedlich. Grund zur Aufregung soll es auch künftig nicht geben, denn Missverständnisse um einen künftig erhobenen Obolus für das Musikspektakel räumt Stotzem aus: "Das Open Doors wird definitiv eintrittsfrei bleiben!"

 

 

Artikel Offenbach Post, 17. Juli 2018

 

 

Das Festival-Fieber steigt

 

26. Open Doors Festival startet am Wochenende

 

 

Gypsys Orchestra © Veranstalter (p)
Gypsys Orchestra © Veranstalter (p)

 

Neu-Isenburg - Zum 26. Mal verwandelt sich Neu-Isenburg am Wochenende beim Musikspektakel Open Doors in eine große Bühne. Von Freitag an sind an drei Tagen 40 Bands zu hören, dazu gibt es allerlei Feiertrubel und einen neuen Soli-Button.

Und eine gute Nachricht für Fans der großen Sause vermeldet Organisator Michael Kercher gleich mit: Auch für drei weitere Jahre sei das Festival nun gesichert.Kercher der von der Stadt beauftragte Organisator der Open Doors, ist mit seinem Team dieser Tage in der letzten, ganz heißen Vorbereitungsphase für die 26. Auflage des Musikfestivals. Denn die geht am kommenden Wochenende drei Tage lang über die Bühne. Und doch geht es beim Pressegespräch zunächst nicht um das diesjährige Festival – sondern tatsächlich schon um diejenigen der Jahre 2019, 2020 und 2021.

 

Das Gespräch kommt auf den Ausblick, denn Kercher hat mit seinem schon vor vielen Wochen verfassten Vorwort zum 2018er-Festival-Begleitheft aufhorchen lassen. „Das Jubiläum ist überstanden – und 25 Jahre Musikspektakel in Neu-Isenburg waren offensichtlich noch nicht genug“, schreibt er – er freue sich, das 26. Festival ankündigen zu können. „Ob es dann allerdings auch danach noch weitergeht, ist in Zeiten von Haushalts- und Budgetkürzungen eine bis dato noch offene Frage.“

Partyband Hessentaler © Veranstalter (p)
Partyband Hessentaler © Veranstalter (p)

Die aber, so freut sich Kercher nun zu vermelden, mittlerweile habe beantwortet werden können. Gemeinsam mit den von Seiten der Stadt zuständigen Akteuren um Kulturdezernent Theo Wershoven, Thomas Leber, Leiter der Hugenottenhalle, und den Fraktionen „sind wir übereingekommen, dass wir das noch mindestens drei Jahre weiter machen“. Auch am Budget werde in dieser Zeit nicht geruckelt. „Das heißt, dass das Festival für drei weitere Jahre gesichert ist, und darüber hinaus würde ich das auch machen“, ergänzt Kercher. Auch wenn die Suche nach Sponsoren, von denen das Festival bekanntlich neben dem Zuschuss der Stadt lebt, immer komplizierter werde. Dass die Macher im Vergleich zu den Vorjahren das Programm abspecken mussten, liegt, wie berichtet, beispielsweise auch daran, dass sich kein Sponsor für die Charity-Bühne beim Bier Müller hat finden lassen. Aber Kercher und sein Team der Agentur „12 Löwen“ haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Veranstaltung ihrem in den Vorjahren beständig aufgebauten guten Ruf und hohen Anspruch gerecht werden kann.

Band The Punch’n’Judy Show © Veranstalter (p)
Band The Punch’n’Judy Show © Veranstalter (p)

Den formuliert Festival-Koordinator Dominik Stotzem bei der Programmvorstellung so: „Wir wollen mit unserem multikulturellem Bühnenprogramm keine Wünsche offen lassen. So werden nicht nur ganze Familien, sondern auch Freunde handgemachter Livemusik, Tanzfanatiker und Nachtschwärmer angesprochen.“ Ab Freitag, 20. Juli, spielen 40 Bands auf elf Bühnen. Das Team um Kercher hat für das dreitägige Spektakel ein breit gefächertes Musikprogramm vorbereitet, bei dem sich alle wiederfinden sollen. Da werden auf der Hauptbühne in der Huha harte Töne zu hören sein, wenn am Freitag Purple Rising die größten Hits der Hardrock-Legende Deep Purple spielen – als Einheizer für den Gig des Gypsys Orchestra samt Bläser-Satz und Streichquartett.

Da werden auch emotionale Töne kommen, wenn etwa die Soul-Giganten Superphonix spielen. Dazu steht die Salsa-Bastion Orquesta Salsamania ebenso im Programm wie sonntags zum Ausklang die Volksrocker Hessentaler. Groove Connect, die Quietschboys, Noizebox oder auch die folkigen Publikumslieblinge von Paddy Goes To Holyhead sind nur einige der weiteren Namen. Im Treffpunkt an der Bahnhofstraße heizen die Mädels der AC/DC-Tributeband X-Hells am Freitagabend ein.

Formation Orquesta Salsamania © Veranstalter (p)
Formation Orquesta Salsamania © Veranstalter (p)

Die City wird mit 75 Verkaufsständen belebt. Wie berichtet, bleibt das Festival zwar auch 2018 kostenlos, die Besucher können es aber unterstützen, indem sie freiwillig für fünf Euro einen Button kaufen. Zwei Euro von den Einnahmen fließen als Spende in die Charity-Aktion zugunsten der Kinderhilfestiftung, die anderen drei an die Stadt. Der Magistrat hofft, so wenigstens einen Teil der Kosten (mehr als 70.000 Euro gab Stadt für die Sause zuletzt aus) abzufangen. Denn die waren in den vergangenen Jahren nicht zuletzt aufgrund erhöhter Sicherheitsvorkehrungen gestiegen.

© Veranstalter (p)
© Veranstalter (p)

Der Buttonverkauf sei bereits gut angelaufen, sagt Kercher. „Viele Isenburger haben sich an den Vorverkaufsstellen in der Huha, im Bürgeramt und im Rathaus den kleinen roten Button organisiert und zeigen Flagge beim Festival.“ Während Thomas Leber mit dem Verkauf von rund 500 Buttons rechne, gehe er eher von 25.000 aus, merkt Kercher noch augenzwinkerd an – „ich hoffe, wir werden uns dann in der Mitte treffen“.